Geschichte

EINE IDEE ZIEHT KREISE

In ganz Europa wurde die Feuerbestattung schon während der Bronzezeit als Bestattungsritual durchgeführt. Aufgrund der Holzverknappung war sie später jedoch nur den reicheren Bevölkerungsschichten vorbehalten – zur Zeit der Säkularisierung verbot die Kirche sogar die Kremation. Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels, des Städtewachstums und aufgrund akuter Hygieneprobleme engagierten sich gebildete Bürger vielerorts in Deutschland für die Feuerbestattung. 1910 in Lübeck und 1916 in Kiel war es dann endlich so weit: Die dortigen Krematorien nahmen ihre Arbeit auf, sodass alle Bürger von nun an die Möglichkeit hatten, sich entweder für die traditionelle Erdbestattung oder für eine Feuerbestattung zu entscheiden.

Jahrzehntelang führten und lenkten die Städte Kiel und Lübeck die Geschicke der Krematorien. Mit der Gründung des Feuerbestattungsvereins Schleswig-Holstein w. V. konnte Klaus-Peter Paulsen mit seinen Bestatterkollegen nach jahrelangen Auseinandersetzungen juristisch erwirken, dass erstmals in Schleswig-Holstein Krematorien privatwirtschaftlich geführt werden durften.

Der Feuerbestattungsverein Schleswig–Holstein w. V., 1999 gegründet, verändert grundsätzlich die Arbeitsweisen in einem Krematorium. Heute orientieren sich die Arbeitsabläufe an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden. Diese Form der Privatisierung und der Einsatz moderner Technologien ermöglichen es, die Einäscherungskosten nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu gestalten. Das Krematorium übernimmt eine wichtige Funktion in unserer Gesellschaft und wir möchten mit unserer Arbeit zur Enttabuisierung des Todes in unserer Gesellschaft beitragen. 2003 entwickelte sich aus dem Bestattungsverein Schleswig-Holstein w. V. die Feuerbestattungen Schleswig-Holstein GmbH. Zurzeit werden die Krematorien in Kiel, Lübeck und Tornesch von der Feuerbestattungen Schleswig-Holstein GmbH betrieben.

Wir verfolgen als Dienstleister der Region das Ziel, der Bevölkerung als Partner in Fragen der Trauerkultur zur Verfügung zu stehen und den Trauerprozess positiv zu beeinflussen. Wir wollen die Feuerbestattung als würdevolle Bestattungsform in unserer Gesellschaft pflegen. Eine gute Organisation, engagierte Begleitung und zuverlässiger Service helfen, den Abschied zu gestalten.

Faksimile der Feuerbestatterzeitschrift Die Flamme von 1909